Baltikum Tour 2015 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dieter Kinzinger   
Sonntag, den 26. Juli 2015 um 18:55 Uhr


Im Vorfeld gefiebert, die Maschine gewartet und beladen, Werkstattflug durchgeführt, alles gecheckt.
Am 21.06.2015 war es dann soweit. Ursprünglicher Treffpunkt war Schmallenberg, der aber wegen Wetter kurzfristig abgesagt wurde.
Es begann damit, dass Kuni mich am 16.02. wissen ließ, dass der DAeC NRW im Juni ein geführtes Luftwandern ins Baltikum plante. Den Koordinator Volker Engelmann hatte ich umgehend informiert, dass mich diese Tour interessieren würde.
Start in Nörvenich erfolgte um 11:00 L. GAFOR sagte für Bergisches und Sauerland marginal, mit Wolkenuntergrenzen 1000ft über Bezugshöhe. Richtung Leverkusen sah ich dann das Dilemma: Aufliegende Wolken im Bergischen. Kurzerhand auf Alternativroute Richtung MG umgeswitcht. Nördlich D.-dorf, Dortmund, Paderborn Richtung Strausberg geschlichen. Mindesthöhen wurden immer eingehalten. Weserbergland hatte auch aufliegende Wolken, die wir nördlich umflogen. Dann lockerte es sich auf und es ging entspannt weiter. Die Landung in Strausberg erfolgte um 15:00L.
Wir waren nicht die Ersten aber auch nicht die letzten Ankömmlinge.
Nach einer Tasse Kaffee und einem Snack begann dann das Briefing. Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Geplant war, in Strausberg zu Übernachten und dann am nächsten Morgen weiterzufliegen.
Aus dem wurde nichts. Wir warteten auf die letzten Ankömmlinge, tankten, teilten die Formationen auf und starteten um 18:40L weiter Richtung EPGI (Grudziadz/Lisie Katy) in Polen. Um 21:20L MESZ landeten wir dann in EPGI. (Im Osten geht die Sonne auf…, dafür geht sie aber auch früher unter)     In der Formation war ich der Lumpensammler, der darauf zu achten hatte, dass keiner zurückblieb. Folglich landeten wir als letzte Maschine.
Da wir aber erst für den nächsten Abend erwartet wurden, war der Gastgeber nicht auf uns vorbereitet. Zum Abendessen gab es 2 Krakauer, mit Käse überbacken und Weissbrot.



Volker hatte noch am Abend mit seinem Wettergott konferiert, der ihm riet, möglichst früh EPGI zu verlassen. Um 6:00L wurde dann das Frühstück mit anschließendem Briefing angesetzt. Bedingt durch „Tanktaxi“ und Flugplanverhandlungen erfolgte dann der Start um 11:11L(nur für die Kölner). In Wirklichkeit war der Start um 09:11UTC.
Das angekündigte Wetter hatte uns somit erreicht und der zuvor wolkenlose, strahlendblaue Himmel verdüsterte sich. Nach durchfliegen einiger Regenschauergebiete erreichten wir dann den Pflichtmeldepunkt „BOKSU“ zum Einflug nach Litauen.


Polen, aus der Luft gesehen, ist ein sehr schönes Land mit vielen Wäldern. Die Hauptbeschäftigung während des Überflugs war das Ausspähen nach eventuellen Notlandemöglichkeiten. Auch die „Masurische Seenplatte“ war sehr beeindruckend und sicher auch ein schönes Urlaubsziel. Dörfer sahen wir, langgezogen entlang der Straße. Ein mitfliegender Erdkundelehrer sagte uns, dass diese Art Dörfer „Hufen“ sind. Dann ging es in direkter Linie nach Kaunas-Aleksotas, dass wir 2Std 40min später erreichten. Litauen befindet sich in einer anderen Zeitzone und ist 1 Stunde weiter. Nach der Landung wurden schnellstens die Flugzeuge gesichert. Als wir den Tower erreichten, regnete es auch schon.



Mit einem ehemals deutschen Reisebus, wurden wir in unser Hotel gefahren. Abends besuchten wir ein Restaurant, das „Zalias Ratas“ mit gutbürgerlicher litauischer Küche. Der Bus stand uns während unseres Aufenthaltes in Kauna immer zur Verfügung.
Bei diesem Gericht handelt es sich um längliche Kartoffelklöse mit eingearbeiteter Hackfleischfüllung, genannt „Zeppelinas“. Nach den Krakauern abends, dem Frühstück mit Weißbrot , Marmelade und Tee am nächsten Morgen in Polen, war dieses die erste magenfüllende Mahlzeit.



Das Frühstück im Hotel sorgte dann für den kulinarischen Ausgleich. Verschiedene Fischsorten, Wurst, Schinken, Käse, Säfte, Kaffee und verschiedene Brötchensorten ließen hier nichts zu wünschen übrig. Ebenso hervorragend war auch hier das Abendessen.
Der Di 23.06.2015 war reserviert für sightseeing. So besichtigten wir den ehemaligen Präsidentenpalast und die Volfas Engelmann Brauerei. Hier wird noch Bier in alter Tradition in alten Anlagen gebraut. Das Gebäude sowie die Anlage von 1853 stehen unter Denkmalschutz. Die Filteranlage und auch die Abfüllung waren neueren Ursprungs. Volfas muss wohl der der Urgroßvater vom Volker gewesen sein. Natürlich wurde auch das Luftfahrtmuseum nicht ausgenommen.
Der 24.06. war in Litauen Feiertag (Sommer Sonnenwende). Die Flugzeuge wurden wieder bis zur Halskrause betankt. Um 8:30UTC starteten wir nach Pociunai.


Pociunai befindet sich ca. 24 Flugminuten südöstlich von Kaunas und ist ein riesiger Grasplatz mit einer Asphaltpiste. Hier hat der Segelflugzeughersteller LAK seine Produktionsstätte, die wir besichtigten. Danach ging es weiter, der Memel entlang die hier Nemunas genannt wird. Bei Seredzius ging es dann wieder auf Nordkurs; wir wollten ja nicht Kaliningrad erobern. Landung in Barysiai 1:40 später um 14:27UTC. Hier wurden wir freudig  von Friedrich Strube erwartet, der hier sein Domizil hat.


Grillabend mit Bier und Klampfe war angesagt. Spät abends ging es dann mit Bussen zum Hotel. Der nächste Tag mit hervorragendem Frühstück am Flugplatz und anschließender Besichtigung des „Berg der Kreuze“.
Der Berg liegt ca. 12 km nördlich von Šiauliai (deutsch: Schaulen, polnisch: Szawle) , 1,5 km östlich der Fernverkehrsstraße A12, die von Šiauliai über Joniškis nach Riga führt. Die Bezeichnung Berg der Kreuze ist zwar im deutschen Sprachgebrauch üblich, aber aufgrund seiner geringen Höhe von zehn Metern kommt die Bezeichnung Hügel jedoch näher. Eine schmale Treppe aus Holzbohlen führt über den sattelförmigen Doppelhügel. Pilger pflegen Kreuze auf diesen Hügel zu stellen, häufig verbunden mit einem Wunsch oder Dank. Die Wallfahrt erfolgt individuell und ist an keine Termine gebunden, jedoch wird der Berg der Kreuze besonders zu Hochzeiten, Geburten und an Ostern besucht.(Wikipedia)

Dann wieder leidige Flugplanaufgabe, natürlich Zeitzone falsch berechnet und zu früh am Pflichtmeldepunkt zum Einflug nach Lettland. Eine Stunde kreisen wollten wir nicht; also zurück nach  Barysiu. Halbe Stunde gewartet, Kaffee getrunken und Reste vom Frühstück verdrückt. Dann wieder Start und ohne Probleme nach Lettland. Gelandet sind wir in ADAZU nahe Riga. Tanken via Sprittaxi (34L plus eine Kappe Bleiersatz). Flugzeuge wieder gesichert. Der Chef vom Flugplatz Adazu war zu Sowjetzeiten Testpilot. Heute vertritt er einen einheimischen UL-Hersteller dessen Flugzeuge ähnlich der Shark aufgebaut sind. Technologie Kohlefaserverbundstoff. Mit dem 100PS starken ROTAX erreicht sie eine Reisegeschwindigkeit von 300kmh. Ein Bus fuhr uns dann ins Porto Resort Hotel.


Die schnellen Flieger machten noch einen Abstecher nach Estland, wo sie wegen Treibstoffversorgungsproblemen in Tartu International AVGAS tanken mussten. Landegebühr 50€, Handling 50€, Ltr.=2,86€ plus MwSt. Da kann man sich in den….beißen.
Der Wettergott meinte es nicht gut mit uns. Er sagte Volker, dass, wenn wir nicht umkehren, wir die nächsten 3 Tage in Riga festsitzen werden. Auf Grund dieser Information: am nächsten Tag 5:00L aufstehen, frühstücken, ab zum Flugplatz und starten. Der Start erfolgte dann um 5:03UTC. Wir flogen dann unterhalb 500ft über der Ostsee am Strand entlang bis wir Riga-Control verlassen hatten. 2:40 später erreichten wir wieder Kaunas für einen kurzen Tank-Zwischen-Stop. Danach ging es wieder zurück nach EPGI, das wir nach 3:28 Flugzeit erreichten. Kurz nach der Landung schüttete es aus allen Eimern. Tanktaxi Benutzung war angesagt.

Mir reichten 35Ltr um sicher bis Bienenfarm zu kommen die wir kurz vor 20 Uhr erreichten. Bienenfarm stellte die Übernachtung sicher. Übernachtung und Frühstück waren hervorragend. Am nächsten Tag, nach auffüllen der Tankvorräte ging es dann zurück nach ETNN.

Norbert Ebelt
Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. Juli 2015 um 19:37 Uhr