Segelflug
Ausbildung Segelflug PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 31. August 2010 um 20:41 Uhr

Segelfliegen --- eine der schönsten Arten des Luftsports – ist ein Zusammenspiel des Menschen (Piloten) und der Natur, denn beim Segelfliegen ist es notwendig, die Natur mit all ihren meteorologischen, dynamischen und thermischen Eigenarten möglichst umfassend zu kennen und zu verstehen. Dieses Wissen ist die Antriebskraft und die Basis für das motorlose Gleiten und Segeln in Aufwind, Thermik und Welle.

Um diese Fähigkeit den interessierten Menschen zu vermitteln und sie dadurch in den Genuss des Segelfliegens kommen zu lassen, betreiben wir die Ausbildung zum Segelflieger. Diese Ausbildung ist sehr intensiv und wird bei uns sehr ernst genommen nach dem Motto: „Wir bilden Piloten aus und keine Schönwetterflieger.“  Das bedeutet, dass auch Flugzustände und Situationen geübt und trainiert werden, deren Beherrschung eine Art „Lebensversicherung“ darstellen.

Die Ausbildung zum Segelflieger kann schon ab einem Alter von 14 Jahren begonnen werden, den Luftfahrerschein erhält der Bewerber allerdings erst ab 17 Jahren. Außerdem ist im Alter von unter 18 Jahren das Einverständnis der Eltern bzw. des Erziehungsberechtigten erforderlich.

Grundvoraussetzung ist die Fliegertauglichkeit, die von einem zugelassenen Fliegerarzt festgestellt wird.

Geschult wird auf doppelsitzigen Segelflugzeugen, bei denen der Flugschüler von Anfang an auf dem (vorderen) Pilotensitz fliegt, der Lehrer sitzt dahinter und hat die gleichen Steuerorgane und Instrumente zur Verfügung. Bei den ersten Flügen übernimmt der Lehrer die Führung des Luftfahrzeuges, aber der Schüler fühlt an Steuerknüppel und Seitenruderpedalen die Steuerbewegungen mit. Im Laufe der Schulung vollzieht sich allmählich ein Wechsel durch entsprechende Übungen und Erklärungen, bis der Schüler selbständig fliegt und der Lehrer, wenn nötig, nur noch mit Worten korrigiert und berät. Danach wird nach Freigabe des Fluglehrers die Alleinflugreife noch von einem zweiten Fluglehrer (meist der Ausbildungsleiter / Cheffluglehrer) durch einen Checkflug bestätigt. Und dann kommt der kitzelnde Moment des ersten Alleinfluges. Für den Schüler ein langersehnter und spannender Augenblick, für den Lehrer ein Adrenalinstoß. Nach dem 3. Alleinflug und einer entsprechenden Theorieprüfung hat der Schüler die A–Prüfung abgelegt und kann mit Stolz das  runde, blaue Abzeichen mit einer Schwinge tragen.

Begleitend zur praktischen Ausbildung wird natürlich auch die Theorie gelehrt und in den Wintermonaten durch einen gezielten Unterricht dem Schüler verständlich dargeboten.

In den nächsten beiden Ausbildungsabschnitten erlernt der Schüler weitere, wichtige Fertigkeiten, die jeweils mit der B - bzw. C – Prüfung abgeschlossen werden. Danach beginnt die Vorbereitung auf die Prüfung zum Luftfahrerschein PPL-C. Diese Vorbereitungen beinhalten u. a. Überlandflugeinweisungen, Außenlandeübungen auf unbekanntem Gelände ohne Aufsetzen (natürlich mit dem nötigen „Papierkrieg“) , Anflüge aus ungewohnten Positionen und viele andere „Tricks“, die eine wirklich sichere Beherrschung des Flugzeuges gewährleisten. Wenn diese Übungen durchgeführt worden sind und beherrscht werden, erfolgt die Umschulung auf Einsitzer. Nach dem Ablegen der Theorieprüfung und dem Nachweis eines Überlandfluges von mindestens 50 km und dem Erwerb des Flugfunksprechzeugnisses kann die praktische Prüfung zum PPL-C abgelegt werden. Nach Erhalt des „Scheines“ wird der Schüler als vollgültiger, verantwortungsbewusster Pilot in die fliegerische Freiheit entlassen.